Blaulichtfamilie hält inne – Erster Ökumenischer Gottesdienst am Kreuzberg verbindet Einsatz, Gedenken und Gemeinschaft

Wenn andere Menschen Hilfe brauchen, müssen sie da sein, unabhängig davon, ob es Tag oder Nacht, Werktag oder Feiertag ist. Feuerwehrleute, Rettungsdienst, Polizei, THW und weitere Helferinnen und Helfer der Blaulichtorganisationen stehen das ganze Jahr über bereit. Am Samstag kamen Angehörige dieser „Blaulichtfamilie“ des Landkreises Forchheim zu einer besonderen Premiere zusammen, dem ersten ökumenischen Blaulichtgottesdienst an der Kreuzbergkirche bei Hallerndorf. Im Mittelpunkt standen dabei einmal nicht Einsatzpläne, Alarmierungen oder technische Hilfeleistungen, sondern die Menschen hinter den Uniformen. Der Gottesdienst bot Gelegenheit, innezuhalten, Kraft zu schöpfen und an jene Kameradinnen und Kameraden zu erinnern, die verstorben sind. Zugleich wurde um Schutz und Segen für die zahlreichen Einsätze gebeten, zu denen die Helferinnen und Helfer immer wieder ausrücken.

Gemeinsam vor der Kirche

Die FFW Hallerndorf fertigte ein Kreuz aus Steckleitern und Schläuchen

Dass der Premiere eine besondere Bedeutung zukam, zeigte sich bereits an der Gästeliste. Kreisbrandrat Oliver Flake vom federführend organisierenden Feuerwehrkreisverband hieß neben dem stellvertretenden Landrat Otto Siebenhaar auch Staatsminister Thorsten Glauber, den Landtagsabgeordneten Michael Hofmann sowie den örtlichen Bürgermeister Gerhard Bauer herzlich willkommen. Mit dem katholischen Dekan Thomas Teuchgräber und seinem evangelischen Pendant, Dekan Enno Weidt, gestalteten die beiden höchsten kirchlichen Amtsträger des Landkreises den Gottesdienst. Dies zeuge vom hohen Stellenwert dieser Veranstaltung, betonte Flake. Ein Zeichen der Ökumene, das auch Dekan Teuchgräber in Worte fasste: „Wir stehen hier Seite an Seite, egal welche Konfession, so wie im Einsatz im Ernstfall halt auch.“ Ein besonderer Dank Flakes galt Pfarrer Matthias Steffel, auf dessen persönliche Initiative hin der Blaulichtgottesdienst am Kreuzberg überhaupt erst zustande kam. In seiner Predigt stellte Steffel das Thema „Helfen“ in den Mittelpunkt und würdigte den unermüdlichen Dienst der Retter: „Die Ehrenamtlichen helfen Einsatz für Einsatz, Nacht für Nacht, Jahr für Jahr.“

Auch Bürgermeister Gerhard Bauer, der als örtlicher Bürgermeister ein Grußwort sprach, unterstrich die Bedeutung des Gottesdienstes. Sein besonderer Dank galt den Kindern und Jugendlichen, die dabei waren und damit Interesse an der Arbeit der Einsatzorganisationen zeigten. Sie seien schließlich die Zukunft. Dass die Wahl auf die Gemeinde Hallerndorf gefallen sei, sei eine gute Entscheidung gewesen, sagte Bauer. Nicht nur, weil sich die Veranstaltung am Kreuzberg anschließend gut mit einer Einkehr verbinden lasse. Gerade in Hallerndorf sei der Zusammenhalt unter den Einsatzkräften besonders ausgeprägt. Dazu passte auch ein ungewöhnliches Kreuz, das Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hallerndorf aus Steckleitern und Wasserschläuchen „gebastelt“ hatten. Vor der Kirche aufgestellt, wurde es zum sichtbaren Zeichen für die Verbindung der Einsatzkräfte mit der Kirche. Leitern und Schläuche, die sonst bei Feuerwehreinsätzen gebraucht werden, bekamen für diesen Anlass eine ganz andere Bedeutung.

Dank für den Einsatz

Pfarrer Matthias Steffel bei der Predigt

Wie tief die Dankbarkeit in der Region verwurzelt ist, machte der Landtagsabgeordnete Michael Hofmann deutlich. In einem emotionalen Moment fand er stellvertretend, auch im Namen seines Landtagskollegen Thorsten Glauber, Worte, die den anwesenden Einsatzkräften direkt aus dem Herzen sprachen: „Ihr seid ein Schatz! Wir sind stolz auf euch!“ Musikalisch wurde die Feier von Feuerwehrkapellen begleitet, was der Veranstaltung vor der Kirche einen feierlichen Rahmen gab. Vor dem Gotteshaus waren zudem Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, BRK, THW, ASB sowie Bergwacht und DLRG aufgestellt. Sie machten sichtbar, wie vielfältig die Aufgaben der verschiedenen Organisationen sind und mit welcher Technik die Helferinnen und Helfer zu ihren Einsätzen ausrücken. Auch wenn der Zuspruch noch wachsen darf, blicken die Beteiligten positiv auf das Ereignis. Schirrmeister Jakob Endres vom THW Forchheim resümierte: „Eine sehr schöne Aktion, es hätten aber schon ein paar mehr Teilnehmer sein können.“ Dem stimmte sein THW-Kollege, der Ortsbeauftragte Thomas Albert aus Kirchehrenbach, zu. Er fand den Gottesdienst ebenfalls rundum gelungen und blickte bereits in die Zukunft: „Sollte dieser Gottesdienst wieder stattfinden, werden wir in jedem Fall wieder dabei sein.“

Gemeinschaft auf dem Kreuzberg

Am Ende des Abends stand der Wunsch im Raum, dass aus diesem ersten ökumenischen Blaulichtgottesdienst eine feste Tradition wird. Nach dem offiziellen Teil stand die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Auf den Kreuzbergkellern verweilten die Einsatzkräfte bei einem gemütlichen Zusammensein. Bei Essen und Getränken blieb Zeit für Gespräche abseits des stressigen Einsatzgeschehens, für Begegnungen und den persönlichen Austausch.