Seit Jahren war es ein Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger in Schnaid: eine grundlegend sanierte Ortsstraße in Richtung Jungenhofen. Nun ist alles abgeschlossen, die Straße fertiggestellt, abgenommen und feierlich gesegnet. Ein Bauprojekt, das Geduld, Planung – und auch einen schmerzlichen Verlust mit sich brachte.
Den Startschuss für die Planung gab eine erste Kostenschätzung im Januar 2023. In den folgenden Monaten wurde das Konzept schrittweise entwickelt, verschiedenste Belange mit eingeplant. Bei der Bürgerversammlung im Juni 2024 hatten auch die Schnaider Gelegenheit, sich direkt einzubringen – sie nutzten sie und brachten Wünsche zur Verkehrssicherheit und Verbesserungen der Gehwege ein. Im September 2024 fasste der Gemeinderat schließlich den formellen Beschluss zur Freigabe der Ausführung. Das Projekt gliederte sich in mehrere, aufeinander abgestimmte Gewerke. Noch vor dem eigentlichen Straßenbau wurde der Kanal grundlegend mittels „Inliner-Verfahren“ saniert. Die Kosten beliefen sich auf 4.417,52 € für die Kanalspülung sowie 33.766,98 € für die Reparaturarbeiten. Anschließend wurde die neue Wasserleitung verlegt, im Zuge dieser Maßnahme wurden auch Umbauten an der Anlage der Freiwilligen Feuerwehr vorgenommen, die mit 36.208,95 € zu Buche schlugen. Das Bayernwerk übernahm im Juli 2025 die Erneuerung der Strom- und Beleuchtungsinfrastruktur. Der eigentlichen Straßenbau begann Ende Juli 2025, die Fertigstellung erfolgte im April 2026. Nun wurde die förmliche Abnahme getätigt und die Straße offiziell für den Verkehr freigegeben. Entstanden sind ein vollständig neuer Straßenaufbau, neue Granitrinnen und -leisten, gepflasterte Gehwege sowie eine neue Asphaltierung der Fahrbahn von der Schnaider Ortsmitte (Brunnen) in Richtung Jungenhofen. Zudem sind Leerrohre für Glasfaser bis zur Grundstücksgrenze verlegt worden, „eine Investition in die digitale Zukunft des Ortsteils“, so Bürgermeister Gerhard Bauer.
Im Bereich des bekannten Messner-Cafés war eine besondere Lösung gefragt: Um die Straßenführung zu optimieren, wurde ein Grundstückstausch vereinbart und vollzogen – ein Beispiel dafür, wie Gemeinde und Eigentümer gemeinsam pragmatische Wege finden können.
Das Projekt trägt auch einen tragischen Moment in sich: Der bauleitende Ingenieur, der das Vorhaben maßgeblich begleitet und mitgeprägt hat, ist kurz vor der Fertigstellung des Bauwerks verstorben. Sein Einsatz für dieses Projekt und für die Gemeinde bleibt unvergessen.
Die Gesamtinvestition spiegelt den beträchtlichen Umfang der Maßnahme wider. Für das Ingenieurbüro wurden 78.565,98 € beauftragt, bisher wurden 57.818,29 € abgerechnet. Hinzu kommen Nebenkosten für die Beweissicherung in Höhe von 1.666,00 €. Die Baufirma erhielt einen Auftrag über 831.236,54 €, wovon bisher 779.199,80 € abgerechnet wurden. Der Umbau der Freiwilligen Feuerwehr im Rahmen der Wasserleitungsarbeiten kostete 36.208,95 €, Kanalspülung und -reparatur schlugen mit insgesamt 38.184,50 € zu Buche. Die Gesamtkosten des Projekts bewegen sich damit in einer Größenordnung von knapp unter einer Million Euro – eine erhebliche, aber notwendige Investition in die Infrastruktur und Lebensqualität von Schnaid.
Die feierliche Segnung der neuen Straße als krönender Abschluss hatte diesmal eine besondere Note. Pfarrer Matthias Steffel, der in der Region schon so manche neue und sanierte Straße mit Gebet und Weihwasser bedacht hat, trat diesmal bewusst einen Schritt zurück und überließ seinem Diakon Anton May die Ehre. Für May war es eine Premiere: Zum ersten Mal durfte er eine Straße segnen. So wurde die neue Verbindung zwischen Schnaid und Jungenhofen nicht nur offiziell dem Gemeinwohl übergeben, sondern auch zu einem kleinen, unvergesslichen Ereignis für die Dorfgemeinschaft. Was nach Jahren der Planung, mehrerer Bauphasen und persönlicher Betroffenheit nun entstanden ist, ist nicht nur eine reine neue Fahrbahn. Schnaid bekommt eine zeitgemäße Infrastruktur: sanierter Kanal, neue Wasserleitung, moderne Beleuchtung, gepflasterte Gehwege und Leerrohre für den Glasfaserausbau. Die Gemeinde Hallerndorf setzt damit ein klares Zeichen für einen lebens- und liebenswerten Ortsteil.



