Tag des offenen Denkmals - Pfarrkirche Schnaid

Tag des offenen Denkmals – Ein Blick in die Geschichte der Schnaider Kirche

Nachdem im vergangenen Jahr in der Gemeinde Hallerndorf das Pautzfelder Gemeindehaus beim Tag des offenen Denkmals zu besichtigen war, standen dieses Jahr die Türen der Pfarrkirche St. Peter und Paul weit offen. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, den erst vor wenigen Wochen abgeschlossenen Teil der umfangreichen Restaurierung zu besichtigen und bei Führungen mehr über die Geschichte des Gotteshauses zu erfahren. Kirchenpflegerin Ramona Friedel sorgte zudem selbst an der Orgel für die musikalische Begleitung. Neben klassischen Stücken erklangen auch Melodien aus der Filmmusik und Popsongs.

Ramona Friedel spielte Konzerte an der Orgel

Besonders im Mittelpunkt stand der Kirchturm. Bei den Führungen des Restaurators Thomas Nagel konnten die Besucher historische Details entdecken, die während der Restaurierungsarbeiten zum Vorschein gekommen waren. Im Turm wurden unter anderem der Schlussstein aus der Zeit um 1415, hochwertige Gewölbeelemente und ein original erhaltener Sandsteinboden untersucht. Recherchen ergaben zudem, dass es sich ursprünglich um einen seltenen Kapellenturm handelte. Die Sanierungsarbeiten im Kirchenraum selbst sind weitgehend abgeschlossen. Nach rund 14 Monaten Bauzeit wurden unter anderem Wände und Decken instandgesetzt, das Inventar restauriert, Fenster überarbeitet sowie Elektroinstallation, Beleuchtung, Lautsprecheranlage und Heizung erneuert. Auch die Sitzpolster wurden ausgetauscht. Mehr als 1.800 ehrenamtliche Arbeitsstunden kamen dabei zusammen. Beim Turm steht die Kirchengemeinde dagegen vor einer weiteren Herausforderung. Nach Angaben von Kirchenpflegerin Ramona Friedel wurden die noch erforderlichen Restaurierungsarbeiten seitens der Erzdiözese gestoppt, nachdem der ursprünglich vorgesehene Kostenrahmen überschritten worden war. Für die Kirchengemeinde bedeutet das: Wenn die wichtigen Arbeiten am Turm fortgesetzt werden sollen, müssen dafür nun andere Wege der Finanzierung gefunden werden.

Restaurator Thomas Nagel zeigte den Besuchern historische Details der Kirche, besonders der Turm war von großem Interesse.

Der Tag des offenen Denkmals wurde deshalb auch genutzt, um Spenden für die weitere Restaurierung zu sammeln. Denn gerade bei den Arbeiten im Turm zeigte sich, welche historischen Schätze sich dort verbergen. Unterstützung erhielt die Kirchengemeinde dabei von der Firma Kunsthandel Senger aus Bamberg. Das Unternehmen stellte für drei Wochen unentgeltlich einen Steinbildhauer zur Verfügung, der sich den historischen Details im Turm widmete und weitere Elemente freilegen konnte. Die dabei bearbeiteten Kreuzrippen und weitere architektonische Besonderheiten sollen behutsam restauriert werden. Rund 30.000 Euro werden dafür nach Angaben der Kirchengemeinde noch benötigt. Die weiteren Arbeiten können nur mit Spenden und ehrenamtlichem Engagement vorangebracht werden. Für Friedel und ihre ehrenamtlichen Helfer ist deshalb klar, dass die Kirchengemeinde nicht nachlassen will. Sie möchte weiter um Unterstützung werben und Spenden sammeln, damit die Restaurierung des Turmes trotz der fehlenden Mittel fortgesetzt werden kann. Zu sehen war beim Tag des offenen Denkmals bereits, welches Potenzial in dem historischen Bauwerk steckt. So wurde der Tag in Schnaid nicht nur zu einem Rückblick auf die geleistete Arbeit, sondern auch zu einem wichtigen Schritt für die Zukunft. Während die Besucher durch die renovierte Kirche gingen, der Orgel lauschten und sich über ihre Geschichte informierten, richtete sich der Blick immer wieder auf den Turm. Dort wartet noch Arbeit und die Hoffnung der Kirchengemeinde, diese mit Hilfe der Unterstützer zu Ende bringen zu können.

Tag des offenen Denkmals - Pfarrkirche Schnaid