Beim dritten Open-Air-Traktorgottesdienst in Schlammersdorf standen rund 100 Schlepper auf der Aischwiese – vom Oldtimer bis zur modernen Zugmaschine
Was vor drei Jahren als besondere Idee begann, ist inzwischen zu einem festen und stetig wachsenden Treffpunkt für Traktorfans, Landwirte und die ganze Dorfgemeinschaft geworden: Auf der Aischwiese unterhalb der Brücke in Schlammersdorf wurde am Sonntag zum dritten Mal ein Open-Air-Traktorgottesdienst gefeiert – bei bestem Wetter und mit einer beeindruckenden Zahl von genau 100 Traktoren. Schon der Einzug machte deutlich, dass dieser Gottesdienst etwas anders ist. Pfarrer Matthias Steffel und Diakon Robert Körber kamen jeweils auf einem alten Traktor angefahren. Zwischen ihnen beziehungsweise auf den Schleppern saßen Ministranten – ein ungewöhnliches Bild, das den Besuchern unter der Brücke ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Statt Kirchturm und Kirchenbank bildeten Aischwiese, Brücke und eine beeindruckende Reihe von Landmaschinen die Kulisse.

Und die hatte es in sich: Rund 100 Traktoren waren gekommen – kleine und große, betagte Oldtimer und moderne Maschinen, liebevoll gepflegte Liebhaberstücke ebenso wie leistungsstarke Arbeitsgeräte. Damit hat sich die Veranstaltung innerhalb von nur drei Jahren zu einem echten Publikumsmagneten entwickelt. Bei der Premiere 2024 waren bereits mehr als 50 Traktoren dabei, im vergangenen Jahr rollten über 70 Schlepper auf die Wiese. Dabei verbindet der Traktorgottesdienst Menschen, die auf den ersten Blick ganz unterschiedliche Beziehungen zu ihren Maschinen haben. Für die einen ist der Schlepper unverzichtbares Arbeitsgerät und Teil ihres täglichen Berufs, für die anderen ist er Hobby, Leidenschaft und ein Stück gelebte Technikgeschichte. Manche fahren damit zu Ausflügen, andere verbringen ihre Freizeit mit der Pflege alter Maschinen. Auf der Aischwiese aber standen sie alle nebeneinander.
Pfarrer Matthias Steffel, der den Gottesdienst zelebrierte, machte mit der anschließenden Segnung deutlich, dass beides seinen Platz hat: die Arbeit mit den Maschinen ebenso wie die Freude daran. Einer nach dem anderen wurden die Traktoren und landwirtschaftlichen Maschinen gesegnet. Der Segen galt dabei nicht nur dem Blech, den Motoren und der Technik, sondern vor allem den Menschen, die mit ihnen arbeiten und unterwegs sind. Musikalisch ging es ebenfalls ungewöhnlich zu. Die sechsköpfige Band „Peacemaker“ sorgte mit fetzigen, teilweise sogar rockigen Klängen für einen schwungvollen musikalischen Rahmen. So mischten sich Glaube, Landwirtschaft, Gemeinschaft und Lebensfreude zu einem Gottesdienst, der ganz bewusst mitten im Leben stattfand.


