3. Biertage in der Gemeinde Hallerndorf

3. Hallerndorfer Biertage rund ums Rathaus

Mit dem Versprechen „Sechs Brauereien. Zwei Tage. Ein Fest.“ hat die Gemeinde Hallerndorf am Wochenende ihren Rathausinnenhof in das Herz der regionalen Bierkultur verwandelt. Die Hallerndorfer Biertage lockten Scharen von Bierfreunden aus Nah und Fern in die Aischtalkommune, um die außergewöhnliche Brauereidichte und das friedliche Miteinander zu feiern. Angesichts des enormen Besucheransturms zeigte sich Hauptorganisator und Zweiter Bürgermeister Robert Linz hochzufrieden und blickte bereits in die Zukunft: „Wir haben einen zweijährigen Turnus im Blick.“ Geht es nach den Gästen, könnte die Gemeinde dieses Schaufenster der lokalen Braukunst glatt jährlich aufziehen.

Bierspezialitäten aller Brauereien

Dass unsere Großgemeinde ein absolutes Schwergewicht ist, zeigten die sechs ansässigen Braubetriebe mit den gut ausgewählten Bierspezialitäten aus ihren Lagerkellern. Die Besucher nutzten die seltene Gelegenheit, die Bandbreite von Tradition bis hin zu moderner Braukunst an einem Ort zu verkosten. Für klassische Werte standen die Traditionsbrauereien Lieberth mit Braumeister Christian Volkmuth und Roppelt mit Braumeister Franz Roppelt mit ihren nicht nur bei Bierkellerfreunden äußerst beliebten naturtrüben Kellerbieren sowie die Brauerei Witzgall aus Schlammersdorf, die in vierter Generation von Braumeister Matthias Witzgall geführt wird und seit 1761 für handwerkliche Perfektion bürgt. Witzgall punktete mit einem ausgewogenen Landbier und einem vollmundigen Vollbier. Dunkle Akzente setzte Braumeisterin Luitgard Friedel vom Brauhaus am Kreuzberg, die ihr uriges Schwarzbier „Schlotfegerla“ zapfte. Den Brückenschlag zur nächsten Generation zeigte die Brauerei Rittmayer, bei der Georg Rittmayer gemeinsam mit seinem Sohn Georg Junior neben dem klassischen Hefeweizen auch den exklusiven „Gesellensud“ des Filius sowie ein selbst hergestelltes alkoholfreies Bier ausschenkte. Als Innovationsmotor präsentierte sich die kultige Braumanufaktur Hertl aus Schnaid, ansässig im alten Brauhaus der ehemaligen Brauerei Friedel. Braumeister David Hertl brachte kreative Sorten wie „Opa´s Liebling“ und „Mutti´s Sonnenschein“ mit. Hertl stand besonders im Rampenlicht: Er hat jüngst für sein „Eichhorn-Annafestbier“ bei den World Beer Awards die Deutsche Goldmedaille abgeräumt, womit der Titel für das beste Festbier Deutschlands offiziell in die Aischtalkommune wandert.

Treffen der Meister am Sonntag

Das Rahmenprogramm traf genau den Nerv der fränkischen Gemütlichkeit. Während der Samstagabend bei Pizza, Bratwürsten und geselligem Fachsimpeln ausklang, startete der Sonntag traditionell mit einem zünftigen Frühschoppen des Musikvereins Pautzfeld. Zum Mittagstisch lockten „Harry’s Schweinereien“, bei denen das knusprige Spanferkel vom Spieß mit Knödel und Kraut weging wie warme Semmeln, während die fleischlose Alternative in Form von Spinatknödeln ebenfalls reißenden Absatz fand. Ein Höhepunkt spielte sich am späten Sonntagnachmittag ab, als fast alle Braumeister (Luitgard Winkelmann, die Dame in der Runde, musste auf ihrem Kreuzbergkeller eine Hochzeit bewirten) der Einladung auf die Bühne folgten. Bei der Vorstellung der Brauer und ihrer Spezialitäten wurde der Stolz auf das Handwerk spürbar.

Kenner lobt Veranstaltung

Unter den fachkundigen Gästen befand sich auch ein echtes Schwergewicht der deutschen Bierszene: Der gebürtige Oberfranke Georg Lechner, aufgewachsen in einer Brauerfamilie nahe Bamberg. Lechner gilt bundesweit als einer der unkonventionellsten, leidenschaftlichsten und extremsten Bierkenner überhaupt. Seine gesamte Existenz ist bedingungslos mit der Bierkultur verwoben, was ihm den Ruf eines lebenden Unikats eingebracht hat. Sein Expertenurteil fiel rundum positiv aus: „Tolle Veranstaltung mit sehr wohlschmeckenden und hervorragenden Bieren in angenehmer Atmosphäre.“ Mehr als nur eine Randnotiz wert ist auch, dass neben dem Genuss der kommunale Zusammenhalt im Vordergrund stand. Das Fest wurde maßgeblich von den fleißigen Helfern der örtlichen Ortsvereine getragen. Die beteiligten Vereine werden am Erlös der Biertage beteiligt, damit kommt jeder konsumierte Schluck direkt der lokalen Vereinsarbeit zugute.