Rechtzeitig zum Patronatsfest ist die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Schnaid nach rund 14 Monaten Bauzeit mit einem feierlichen Gottesdienst wiedereröffnet worden. Sie ist das kirchliche Herzstück der Region und betreut als zentrale Pfarrei die Gläubigen aus Schnaid und Stiebarlimbach (Gmeinde Hallerndorf) sowie aus Großbuchfeld, Kleinbuchfeld, und Rothensand (alle Marktgemeinde Hirschaid). Pfarrer Matthias Steffel und Diakon Anton May zelebrierten die Messe, zu der zahlreiche Gläubige gekommen waren, um den renovierten Kirchenraum erstmals zu erleben. Anschließend begrüßten Kirchenpflegerin Ramona Friedel und die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Brigitte Lunz die Besucher zu einem gemütlichen Beisammensein auf dem Kirchplatz. Zu den Gästen zählten auch der Hallerndorfer Bürgermeister Gerhard Bauer und der Hirschaider Bürgermeister Stefan Endres.
In seiner Predigt bezeichnete Pfarrer Matthias Steffel die Kirche als „vertraut und doch ganz neu“. Nach den Monaten, in denen die Gottesdienste im Dorfgemeinschaftshaus Rothensand gefeiert wurden, könne die Pfarrgemeinde nun an ihren angestammten Ort zurückkehren. Ein Gotteshaus sei weit mehr als ein Gebäude aus Stein und Holz – es sei der Ort, an dem Himmel und Erde einander näherkämen.
Während des Gottesdienstes kehrten auch die liturgischen Geräte und Ausstattungsgegenstände an ihre angestammten Plätze zurück – Kerzen, Blumenschmuck und weitere Gegenstände wurden wieder aufgestellt. Auch das Allerheiligste wurde feierlich in den Tabernakel zurückgebracht. Für einen besonders bewegenden Moment sorgte der neunjährige Valentin Lunz, der das Ewige Licht zurück in die Pfarrkirche trug – ein symbolisches Zeichen für die Rückkehr des kirchlichen Lebens in das Gotteshaus.
Der Kirchenraum präsentiert sich nach der Sanierung hell und freundlich. Wände und Decken wurden instand gesetzt, das Inventar restauriert, Fenster überarbeitet sowie Elektroinstallation, Beleuchtung, Lautsprecheranlage und Heizung erneuert. Auch die Sitzpolster wurden ausgetauscht.
Mehr als 1.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden kamen dabei zusammen. Freiwillige entfernten alten Putz, schliffen und strichen, räumten Schutt weg, organisierten Material oder sorgten für die Verpflegung der Helfer. Viele von ihnen verbindet heute eine besondere Beziehung mit ihrer Kirche. Wer selbst an Decke, Wänden, Türen oder Kirchenbänken gearbeitet hat, weiß genau, an welcher Stelle er mit angepackt hat. Das historische Bauwerk wird dadurch mit noch größerer Wertschätzung betrachtet.
Während der Arbeiten wurden zudem bedeutende bauhistorische Entdeckungen gemacht. Im Turm kamen unter anderem ein Schlussstein aus der Bauzeit um 1415, hochwertige Gewölbeelemente und ein original erhaltener Sandsteinboden zum Vorschein. Die Untersuchungen bestätigten außerdem, dass es sich ursprünglich um einen seltenen Kapellenturm handelte. Mit den zusätzlichen Funden wuchs allerdings auch der Sanierungsaufwand. Aus den ursprünglich veranschlagten 287.000 Euro wurden inzwischen rund 332.000 Euro. Das Erzbistum Bamberg unterstützt das Projekt mit 189.000 Euro, hinzu kommen Zuschüsse der Gemeinden Hirschaid und Hallerndorf in Höhe von jeweils 7.000 Euro sowie 23.000 Euro von der Oberfrankenstiftung.
Vollständig abgeschlossen ist die Sanierung allerdings noch nicht. Vor allem am Turm stehen weitere Arbeiten aus, außerdem müssen die bauhistorischen Erkenntnisse dokumentiert werden. Kirchenpflegerin Ramona Friedel schätzt den dafür noch notwendigen Finanzbedarf auf rund 80.000 Euro. Die Kirchengemeinde hofft, die letzten Arbeiten gemeinsam mit dem Erzbistum bis September abschließen zu können. Die Wiedereröffnung war dennoch ein besonderer Moment für die Pfarrgemeinde. Mit der Sanierung hat die Kirchengemeinde durch viel Fleiß, Tatkraft und Spendenbereitschaft nicht nur ein wertvolles Kulturdenkmal bewahrt, sondern auch gezeigt, was mit großem ehrenamtlichem Engagement und starkem Zusammenhalt erreicht werden kann.






