
Heiter, zünftig und mit Herz: ein Bauernschwank mit Klasse
Die Theatergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Hallerndorf gab in sechs Aufführungen die Komödie „Modenschau im Ochsenstall“ von Jonas Jetten zum Besten. Der Saal der Brauereigastwirtschaft Rittmayer war jedes Mal prall gefüllt. Dass der Bauernschwank in drei Akten ziemlich kurzweilig und amüsant werden würde, ließ gleich zu Beginn die erste Szene erahnen. Ein reges benutztes Plumpsklo mit ausgeschnittenem Herz in der Holztüre inmitten der Bühne sorgte gleich zu Beginn für herzhafte Lacher im Publikum. Spätestens als Seniordarsteller Fritz Seuberth in seiner Rolle als Hofknecht Jupp auf ebendiesem prägnanten Teil der aufwändig gestalteten Kulisse sein „Geschäft“ verrichte und mit einem lauten „Pups“ endete, zuckten auch beim letzten Gast im Publikum zum ersten Mal die Lachmuskeln. Im Verlauf des Abends sorgten die insgesamt zehn Darsteller mit gekonntem Wortwitz und gut gesetzten Pointen für etwa zweieinhalb Stunden Theatervergnügen. In zwei Pausen konnte man sich stärken, die Wirtin „Mira“ und ihr Team hatte schmackhafte Snacks, zu denen das bekömmliche und bekannte Rittmayer Bier zur Stärkung hervorragend passte.

Neben dem gut gewählten Bühnenstück war die Besetzung der Charaktere ein Erfolgsgarant. Obwohl die erfahrenen, älteren Laienschauspieler dieses Mal mit kleineren Rollen eher etwas in den Hintergrund rückten, schmälerte dies die schauspielerische Qualität bei den Aufführungen nicht. Hanna Körber, ihre jüngere Schwester Milena Körber, Selina Lebender und Alexander Kraus wussten ihre Rollen überzeugend und mit Leidenschaft zu spielen. Von den „Jungen“ wieder mit dabei war auch Paul Hagen. Nach mehrjähriger Pause stieß er wieder zum Team und fügte sich ein, als hätte er nie gefehlt. „Es ist halt eine super Truppe, es lässt einen nie mehr so richtig los und es macht auch richtig viel Spaß“, zog er nach den sechs Ausführungen Resümee. Martina Hertlitz, Cäcilia Dick, Angelika Körber und Jürgen Friedhelm komplettierten neben Fritz Seuberth mit ihrer jahrzehntelangen Bühnenerfahrung den Darstellerkreis. Sie wussten in ihren Nebenrollen zu überzeugen. Schon allein die Mimik bei den Auftritten von Jürgen Friedhelm, der zumeist und auch heuer wieder ganz besonders „ausgefallene Charaktere“ verkörpert, sorgte für herzhafte Lacher. Als Kunsthändler Dr. Bruno Braun hatte er dieses Mal zu Verwechslungen zu kämpfen, da der namensgleiche Zuchtbulle Bruno aufgrund seiner Homosexualität zu massiven Einnahmeverlusten auf dem Hof führten, die schließlich mit einer „Modenschau im Ochsenstall“ behoben werden sollten.

Im Hintergrund wurde das Team von den sich abwechselnden Souffleusen Christine Kraus, Birgit Friedhelm und Stephanie Karrasch unterstützt. Für die Maske und das optische Erscheinungsbild war der Friseursalon Karin aus Willersdorf verantwortlich, um die Technik kümmerten sich Thomas und Philipp Kraus. Ein Großteil der Einnahmen aus dem Ticketverkauf wird immer gespendet. Dieses Jahr gingen 1.000 Euro samt Inhalt der großen aufgestellten Spendengläser an eine junge Familie mit zwei Kindern in Dreuschendorf. Der junge ehrenamtlich Feuerwehrmann erlitt einen Herzinfarkt und wurde zu einem Pflegefall. „Da brauchten wir nicht lange überlegen, wohin dieses Jahr unsere Spende geht. Bei so einem schweren Schicksalsschlag bei uns in der Nähe helfen wir gerne“, war sich Theatertruppe einig und bekam – neben ihrer hervorragenden schauspielerischen Leistung – auch dafür am Ende viel Applaus vom Publikum.